DBS#34 – Sophia Emmerich & Sam Arndt – Ab Heute – Der lange Weg zum eigenen Namen

„AB HEUTE“ – ist eine Dokumentation über die Problematik des Transsexuellengesetzes

Sophia Emmerich und Sam Arndt sind die Macher:innen der Doku „Ab Heute – der lange Weg zum eigenen Namen“.

Im Mai 2021 hätte das sogenannte Transsexuellengesetz (kurz: TSG) reformiert werden können – die Chancen dafür standen gut. Doch die Reform blieb schließlich aus und das haben die beiden zum Anlass genommen, Menschen in einer Dokumentation zu zeigen, die selbst Erfahrungen mit dem TSG haben.

Noch immer geraten Transidente Personen durch das Transsexuellengesetz in erniedrigende und entwürdigende Situationen, wenn sie ihren Namens- und Personenstand ändern möchten. Dazu gehören beispielsweise zwei psychologische Begutachtungen und damit verbundene, sehr persönliche und intime Fragen. Auch im Alltag kommt es häufig zu so genannter Mikrodiskriminierung, wenn eine Transperson zum Beispiel ihre*seine EC-Karte im Supermarkt nutzen möchte und dann an der Kasse den anderen Namen erklären muss.

Eigenfinanziert und zu zweit auf die Beine gestellt

Gemeinsam haben sich Sophia und Sam an die Arbeit gemacht, Menschen für ihr Projekt angesprochen, viele Interviews geführt und aufgezeichnet und sich auch das erste Mal selbst intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sam ist selbst trans*, war sich jedoch viele Jahre nicht darüber im Klaren, dass auch der Diskriminierung durch das TSG ausgesetzt ist. Heute ist das anders und er möchte zu mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung beitragen.

Entstanden ist durch ihre Arbeit eine 45-minütige Dokumentation namens „Ab Heute – Der lange Weg zum eigenen Namen“. Insgesamt haben sie 25 Personen befragt, 20 von ihnen trans-männlich oder trans-weiblich. Sie alle erzählen von ähnlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem TSG und ihrem Alltag. Sam und Sophia haben bei der Konzeption ihrer Doku Wert darauf gelegt, dass ihre Protagonist:innen aus verschiedenen Generationen kommen und genauso verschiedene Leben leben.

Mehrere Generationen erzählen

So erzählt zum Beispiel Nora aus der Zeit der 1970er Jahre in Berlin, als es noch gar kein Transsexuellengesetz gab. In diesen Jahren führte Nora laut eigener Aussage ein ausgelassenes Leben, das fast besser klingt als nach der Einführung des TSG. Auch jüngere Personen wie Noah oder Hana sind dabei, die viel später und in einer vermeintlich offeneren Welt aufgewachsen sind. Ihre Sorgen und Ängste sind jedoch identisch mit denen der älteren Protagonist:innen. Von einer Normalität kann leider immer noch keine Rede sein.

Wir wollten gerne mehr über die Entstehung der Dokumentation wissen und was Sophia Emmerich und Sam Arndt dazu bewegt hat, die viele Arbeit ganz alleine auf sich zu nehmen. Das Projekt haben die beiden nämlich zu zweit ins Leben gerufen und auch persönlich finanziert, ohne Förderungen oder Spenden.

Ihr wollt mehr erfahren?

Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, empfehlen wir euch unser Interview und natürlich auch die Dokumentation. Wer mehr zu den einzelnen Protagonist:innen erfahren möchte, schaut sich alle 25 Interviews aus „Ab heute“ einfach einzeln und in voller Länge an.

Schaut dafür auch der Homepage zu „Ab heute“ vorbei und folgt Sophia und Sam auch gerne auf Instagram. Wenn ihr keine weitere Folge von Ausgang Podcast mehr verpassen wollt, könnt ihr uns kostenlos auf allen bekannten Streamingdiensten folgen. Alle News erhaltet ihr auch regelmäßig über Instagram und alle weitern Folgen findet ihr natürlich auch hier auf der Homepage.

Ein weiterer Anspieltipp zum Thema Transidentität ist unter Interview mit Marcel, der uns von seinem Weg erzählt. Wie fühlte sich die erste Testosteronspritze an und was bedeutet ihm eigentlich Männlichkeit. Hört es euch gleich an – im Ausgang Podcast Interview.



In der Episode "DBS#34 – Sophia Emmerich & Sam Arndt – Ab Heute – Der lange Weg zum eigenen Namen" sind zu hören:


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