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©Marcel B.

Wir sprechen über Transidentität: Marcel erzählt im Ausgang Podcast Interview von seinem Weg

Was ist eigentlich männlich? Diese Frage stellen wir Marcel schon ganz am Anfang unseres Interviews.

Uns wurde ganz schnell bewusst, dass sie Frage nicht einfach so zu beantworten ist. Fakt ist, dass jede:r diese Frage für sich ganz individuell beantworten kann. Denn außer bestimmten Attributen die typischerweise Männern zugeschrieben werden, kann auch alles andere männlich sein. Muss man das eigentlich definieren? Wir finden nein. Trotzdem haben wir uns auf dieses tolle Gespräch gefreut, denn wir haben selbst noch kaum Berührung mit dem Thema Transidentität, das merkt man dem Interview wahrscheinlich auch ein bisschen an.

Marcel hingegen weiß genau wovon er spricht, denn er ist trans* und hat im Jahr 2018 seine Transition begonnen. Seit dem bekommt er alle drei Monate eine Testosteronspritze. Ein Hormon sorgt dafür dass sein Körper sich verändert und männlicher wird. Eine zweite Pubertät wird sozusagen eingeleitet, inklusive Stimmbruch. Als Mann fühlt sich Marcel wahrscheinlich schon immer. Zumindest merkte er an sich dass da etwas anders ist, als seine weibliche Pubertät einsetzte. Seine Mutter vermutete die Transidentität schon sehr früh und als klar wurde wohin die Reise geht, stand seine gesamte Familie sofort hinter ihm.

Transidentität beweisen: Anträge, Sitzungen beim Psychologen

Natürlich muss er hier und da auch immer wieder kleine Hürden überwinden. So müssen für die Operationen Anträge gestellt und Formulare bei der Krankenkasse eingereicht werden. Marcel hatte viele Sitzungen beim Psychologen die ebenfalls schriftlich bestätigen mussten, dass er sich als Mann fühlt und auch so lebt. Die behäbige Bürokratie empfindet er nach eigener Aussage eigentlich am anstrengendsten.

Als Mann gelesen werden ist Marcel natürlich wichtig und hilft ihm beim sogenannten Passing. Also dem Prozess auch vom Fremden und der Außenwelt als Mann wahr genommen zu werden. Das schaffen transidente Menschen z.B. mit Hilfe von Kleidung, aber auch durch Operationen. Die Mastektomie (chirurgische Entfernung vom Brustgewebe) hat Marcel bereits hinter sich und empfindet diesen Eingriff auch als den wichtigsten. Denn eine flache Brust, bestätigt auch optisch seine Männlichkeit. Menschen wie wir, die mit dem Thema Transidentität erstmal nur oberflächlich zu tun haben denken sicherlich, die geschlechtsangleichende OP sei die wichtigste für Trans*Personen. Das lässt sich so pauschal natürlich nicht sagen. Die Entscheidung dafür oder dagegen möchte Marcel für sich noch nicht final beantworten. Denn auch dieser Teilschritt ist nicht zu unterschätzen und mit mehreren medizinischen Eingriffen verbunden.

Wir haben ihm natürlich sehr viele Fragen zur Transidentität gestellt. Die eine oder andere mag sicherlich auch etwas unbedarft wirken. Aber wir als cis-Männer haben bisher – zumindest nicht wissentlich – kaum etwas mit transidenten Menschen zu tun gehabt. Daher mussten wir uns natürlich erst einmal annähern.

Hilfreiche Links und Infos zum Thema findet ihr hier:

Nützliche Links stellen wir folgend auch nochmal für euch zusammen. Wer mehr wissen möchte findet bei der Deutschen Gesellschaft Transsexualität und Intersexualität nützliche Infos, vor allem auch zu vielen Formularen die benötigt werden.

Antidiskiriminierungsstelle des Bundes

Trans-Ident e.V.

Rose Strippe e.V.

Trans* und jung in Köln oder NRW? Da hilft das Anyway.

Trans* und schwul? Die Deutsche Aidshilfe hat dazu eine tolle Broschüre heraus gebracht.

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