DGS#79 – Tobias – Psychologie heute, vom Studium zur Therapeutenausbildung

TOBIAS IM INTERVIEW ÜBER PSYHOLOGIE PSYCHOTHREAPIE THERAPEUTENAUSBILDUNG DEPRESSION IM INTERVIEW BEI AUSGANG PODCAST
©Toni Borgert

 

Psychotherapie ist noch immer mit einem Stigma behaftet, warum eigentlich?

Tobias studierte Psychologie in Halle/Saale und Magdeburg und beendet im Sommer 2021 seine Ausbildung zum Psychotherapeuten. Noch immer haftet dem Thema Psychotherapie ein gewisses Stigma an. Dem wollen wir mit diesem Interview ein wenig entgegen wirken.
Erstmal interessierte uns natürlich was Tobias so sehr am Thema Psychologie reizt.

Schon in seiner Schulzeit, besser gesagt im Abitur hatte er Psychologie als Schulfach. Seine damalige Lehrerin erzählte viel Faszinierendes über Freud und es war um Tobias geschehen. Dass besagter Freud eigentlich kaum noch eine Rolle in der modernen Psychologie spielt, lernte er dann im Studium. In Halle/Saale absolvierte er zunächst den Bachelor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und hing das Masterstudium in Magdeburg an der Otto-von-Guericke-Universität dann gleich hinten dran.

Der Begriff “Therapie” wird häufig mit Irren oder Verrückten gleichgesetzt

Woran liegt es aber, dann dem Thema Psychotherapie noch immer ein gewisses Stigma anhaftet? Die Gründe dafür sind verschieden. In den Köpfen vieler Menschen besteht immer noch das Bild des Irren oder Verrückten, wenn sie an psychisch erkrankte Menschen denken. Auch Irrenanstalten haben sich nachhaltig in die Köpfe der Gesellschaft eingebrannt. Filme wie Einer flog über das Kuckucksnest und Serien wie American Horror Story oder Ratched (beide Netflix) festigen immer wieder entsprechend verzerrte Bilder von eigentlich modernen Klinken der heutigen Zeit.  Und das muss sich auch nach Tobias’ Ansicht ändern.

Der Schritt zur professionellen Hilfe ist ist oft schwer

Sich professionelle Hilfe suchen, fällt den meisten Menschen schwer. Viele realisieren nicht, dass ein schweres Problem vorliegt oder sind schlicht gehemmt den Weg zum Therapeuten zu gehen. Hinzu kommt, dass der direkte Weg auch nicht ganz einfach ist. Therapieplätze sind sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in ganz Deutschland rar. Patient*innen stehen auf langen Wartelisten und es dauert oft bis zu ein Jahr, bis ein Therapieplatz frei wird. Das kann im akuten Fall für die einzelne Person bedrohlich werden. In ernsten Fällen hilft laut Tobias nur noch der direkte Weg in die Klinik.

Erste Hilfe können aber bereits Sorgentelefone und Hotlines mit entsprechend geschultem Personal leisten. Auch ein Anruf bei der Krankenkasse und der Besuch beim Hausarzt können das Prozedere deutlich beschleunigen.  Tobias hat uns sehr vielen Wissenswertes über sein Studium und vor allem auch seine tägliche Arbeit erzählt. Er spezialisiert sich derzeit innerhalb der Psychotherapie auf Verhaltenstherapie und hat uns erklärt worum es da genau geht.

Volkskrankheit Depression

Wie erkennt man am Ende eigentlich eine Depression und wann fängt diese an? Für eine Depression sprechen viele, immer wiederkehrende Symptome. Das kann die immer kompliziertere Bewältigung einfachster Alltagsaufgaben sein. Aber auch viele andere Vorkommnisse können Anzeichen für eine Depression sein. Tobi rät dazu, spätestens nach zwei Wochen des gleichen Zustandes hellhörig zu werden und bitte nicht das Internet zu fragen, sondern auch hier professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wir haben im Interview aber nicht nur über Depression und Psychotherapie gesprochen, sondern noch über viele andere wichtige Themen wie den Alltag in einer Klinik und die aktuelle Arbeit von Tobias in einer Lehrpraxis in Magdeburg.

Zögere nicht, Dir Hilfe zu suchen!

Hast du das Gefühl du brauchst Hilfe? Hier ist eine Liste relevanter Telefonnummern für ganze Deutschland 

Soforthilfe gibt es auch unter dem Suchbegriff “Krisendienst” und dem Namen Deiner Stadt oder deines Kreises.

Ihr wollt mehr erfahren? Dann solltet ihr dringend unser Interview hören und wenn ihr selbst das Gefühl habt, sucht euch definitiv Hilfe und habt keine Angst. Um Hilfe zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kann euch nur zu einem besseren Zustand bringen.

Zum Thema Therapie haben wir bereits mit Peter Fässlacher ein schönes Gespräch geführt. Der österreichische Moderator schaffte mit Hilfe einer Psychotherapie sein Coming-Out und lebt seit dem ein deutlich gelasseneres Leben.

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