DBS#17 – Sung Un – Bin Ich Süßsauer? Der Podcast über queere asiatische Menschen in Deutschland

©Marlen Stahlhuth

Wie lebt es sich als schwuler Koreaner in Deutschland?

Bin ich süßsauer? – so heißt ein neuer Podcast von Sung Un. Er möchte mit seinem Podcast mehr Sichtbarkeit für queere Asiat*innen in Deutschland schaffen. Sung Un ist schwul, das weiß er bereits seit seinem zwölften Lebensjahr.

Er lebt seit 2009 in Deutschland und ist in den vergangenen Jahren immer wieder in seine Heimat Korea zurück gekehrt. Geändert hat sich für ihn dort bis heute nicht sehr viel. Noch immer wohnt in ihm eine gewisse Angst, dass er als schwuler Mann in der Öffentlichkeit auffallen könnte und auch in Deutschland meidet er den Kontakt zu anderen Koreanern oft. Das hängt mit ihrer meist konservativen und religiös geprägten Sichtweise ab. Viele Koreaner in Deutschland finden zunächst nur durch die Kirche Kontakt zu anderen Koreanern. Das hat es für Sung Un immer erschwert, sich einfach zu outen und sein Schwulsein offen zu zeigen.

In Seoul geboren und aufgewachsen hat er seine ersten Lebensjahre in Korea verbracht. Man könnte denken, eine große Metropole wie Seoul mit rund 10 Millionen Einwohnern, zeige sich offen für alle möglichen menschlichen Facetten und Lebensentwürfe. Eine pulsierende Stadt mit Wolkenkratzern, U-Bahn und Tempeln. Doch gerade Religion ist in Korea für viele Menschen ein wichtiger Halt. Homosexualität ist in den Köpfen vieler Menschen nicht existent.

Queere Liebe findet häufig im Verborgenen statt und gilt als etwas, das man gerne hinter verschlossenen Türen ausleben darf. Jedoch nicht in der Öffentlichkeit präsentieren sollte.

Homosexualität als Vergnügen für die Zuschauer?

Im so genannten K-Pop zum Beispiel – Koreas Popkultur – wird sie gerne als Marketingmodell verwendet. Viele der Sänger*innen und Bands dürfen gerne auf der Bühne eine homosexuelle Figur verkörpern. Sozusagen zur Belustigung der Fans. Im Privatleben sieht das allerdings anders aus. Ein Coming-Out kann das Aus für die Karriere bedeuten und den Betroffenen bleibt am Ende nichts mehr.

Sung Un hat in seiner Familie schlechte Erfahrungen gesammelt. Seine Eltern waren nach seinem Coming-Out am Boden zerstört. Es brauchte viele intensive Gespräche bis seiner Mutter, bis sie  seinen Lebensentwurf akzeptieren konnte. Sein Vater wandte sich hingegen völlig ab.

Und weshalb nun Bin ich süßsauer? Sung Un ist es wichtig, die queere asiatische Community in Deutschland sichtbarer zu machen. Dafür nahm er an einem Podcastwettbewerb von Spotify teil.
Warum er den Namen Bin ich süßsauer? wählte, erzählt er uns natürlich im Interview.

Wir sprechen in dieser Folge über das Coming-Out als schwuler, asiatischer Mann. Außerdem versuchen wir zu unterscheiden wie queere Menschen in Deutschland und in Korea leben und natürlich klären wir auch, warum Sung Un seinen Podcast überhaupt ins Leben gerufen hat.

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Die erste Folge von Bin Ich süßsauer?:
https://binichsuesssauer.podigee.io/2-dastan-pinksummits

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Zu hören im Podcast sind:


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